MG ZB Magnette

Der MG ZA Magnette, der 1953 auf der London Motor Show zusammen mit dem TF Midget vorgestellt wurde, wurde sowohl von Enthusiasten als auch von der Fachpresse mit gemischten Gefühlen aufgenommen. BMC, das 1952 nach der Fusion mit Nuffield und Austin Motors neu gegründet worden war, hatte den TF ebenfalls falsch eingeschätzt, denn auch dieses Modell wurde zunächst mit Geringschätzung aufgenommen.

Der Ersatz für die Fahrzeuge der Y-Serie war schon vor der Fusion von Nuffield und Austin weit fortgeschritten und lag in den Händen des Designers Gerald Palmer. Gerald Palmer war vor dem Krieg ursprünglich für die Nuffield Organisation tätig und hatte die Y-Limousine entworfen, die erst 1947 in Produktion ging. Palmer entwarf zwei Autos: eine mittelgroße Limousine, die die Abzeichen von Wolseley und MG tragen sollte, und eine weitaus größere Limousine mit den Abzeichen von Riley und Wolseley, die Pathfinder bzw. 6/90 heißen sollte. Die kleinere Limousine sollte in Monocoque-Bauweise gebaut werden, und die MG-Version, der ZA Magnette, war der erste MG, der diese Bauweise verwendete. Das separate Fahrgestell wurde durch eine komplette Karosserie ersetzt, an der der Motor, das Getriebe und die Aufhängung befestigt waren. Diese Bauweise wurde in den 1950er Jahren immer beliebter, da das Auto bei gleichbleibender Festigkeit und Steifigkeit viel leichter gebaut werden konnte und die Stückkosten in der Großserienproduktion drastisch gesenkt werden konnten.

Magnette

Eine MG Magnette Family Saloon

Palmer wollte die beiden Autos voneinander unterscheiden, indem er den Wolseley zum Luxuswagen und den MG zur Sportlimousine machte. Dies wurde erreicht, indem die Karosserie des MG um etwa fünf Zentimeter abgesenkt und die Eigenschaften der Federung und der Stoßdämpfer verändert wurden. Dies verlieh dem MG ein viel sportlicheres Aussehen und verbesserte die Straßenlage erheblich. Obwohl die Karosserie grundsätzlich ähnlich aussah, waren viele Teile unterschiedlich. Die einzigen Gemeinsamkeiten waren das Dach, die Vordertüren und die Kofferraumklappe. Die Bodenwanne, die hinteren Türen, die hinteren Kotflügel, die vorderen Kotflügel und die Schweller unterschieden sich ebenso wie die Anordnung der Motorhaube. Jedes Auto hatte seinen traditionellen Kühlergrill, der beim Wolseley auf die übliche Art und Weise befestigt war, während beim Magnette der Kühlergrill an der vorderen Kante der Motorhaube befestigt war. Der Magnette war der erste MG, der mit dem völlig neuen Motor der B-Serie ausgestattet war. Dieser Doppelvergaser mit 1489 Kubikzentimetern Hubraum basierte auf dem 1200 Kubikzentimeter großen Motor des Austin A40, der erstmals 1947 eingesetzt wurde. Der neue Motor wurde jedoch erheblich modifiziert und leistete satte 60 PS bei 4.600 Umdrehungen pro Minute.

Dieser sehr komfortable Viersitzer war eine zivilisierte Luxus-Sportlimousine, die trotz ihres lauwarmen Empfangs bei der Markteinführung schon bald zu einem Verkaufserfolg wurde und die treuen Kunden der Marke schnell für sich einnahm. Mit rund 6.000 verkauften Exemplaren pro Jahr hatte der Magnette bald eine große Fangemeinde, und dank seines hervorragenden Fahrverhaltens und seiner Leistung erzielte der Wagen bei internationalen Rallyes und Serienwagenrennen lobenswerte Ergebnisse.

Wie so viele MGs wurde auch die Z-Serie mit einem Aufschrei der Enttäuschung eingeführt, erwies sich aber mit über 36.000 produzierten Exemplaren als ein durch und durch leistungsfähiges und viel bewundertes Auto.

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